Grabenhof-Park, Kriens CH
Projektwettbewerb im offenen Verfahren, 2026
Into the Wild – eine Landschaftsintarsie im wachsenden urbanen Gefüge.
Das Gebiet im Umfeld des Grabenhof ist seit Jahrzehnten von dominanten Erschliessungsfreiräumen und rasch wachsenden Siedlungsstrukturen überprägt, wodurch die landschaftlichen Querverbindungen zunehmend unter Druck geraten. Wie das Siedlungsgefüge selbst sich als Einlagerung im Landschaftsbild manifestiert, versteht sich auch der Grabenhof-Park als Landschaftsintarsie: ein ruhig gelagertes, grosszügiges und dauerhaftes Stück Landschaft, das sich selbstverständlich in sein Umfeld einschreibt, an seinen Rändern präzise bricht und zugleich eine eigenständiges Freiraumrefugium eröffnet.
Into the Wild – kultivierte Wildnis.
Der Park entwickelt das Bild einer kultivierten, parkartigen Wildnis mit hoher Biodiversität und vielschichtigem atmosphärischem Gehalt. Unterschiedliche Vegetationstypologien verschränken sich zu einem lebendigen, abwechslungsreichen Freiraum-Konglomerat: Baumhaine und strukturreiche Säume in vielfältiger Artenzusammensetzung und Ausprägungen; Hochstaudenfluren mit starkem saisonalem Wandel; offene Blumenwiesen, die grosszügige Weite schaffen; bewusst gestaltete Ränder, die sensibel und flexibel auf die jeweilige Umgebung und zukünftige Entwicklungen reagieren. Der Park gliedert sich dabei in zwei vordefinierte Bereiche: ein Erholungsbereich mit offenen Bewegungsangeboten und Raum für individuelle Aneignung, sowie eine ökologische wertige Ruhezone, die ausschliesslich Flusskrebsen und anderen Leitarten vorbehalten bleibt. So entsteht ein Park, der ökologisch wertvoll, räumlich definiert und atmosphärisch rau in Erscheinung tritt. Der Grabenhof-Park beschreibt eine neue, eigenständige Freiraumkomponente im Freiraumsystem von Kriens und übernimmt eine tragende Rolle im lokalen Erschliessungssystem.
Into the Wild – Struktur im Unklaren.
Der Grabenhof-Park versteht Natur nicht als Kulisse, sondern als bewegten, dynamischen Prozess im Raum. Die parkspezifischen Freiraumnutzungen konzentrieren sich daher nicht auf einen zentralen Ort im Park, sondern verteilen sich auf diverse Bereiche mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten und diversem Potential für die individuelle Aneignung. Kultivierte Momente im Park, mit Freirauminfrastrukturen in archaischer Gestalt, begegnen abwechslungsreichen und räumlich vielschichtigen Landschaftsbilder.